Archiv für März, 2008

Pornos als Libidokiller und Identitätsverlust des Mannes

März 25, 2008

Ich höre immer wieder: Pornos entwürdigen die Frau. Sie wird zum Sexobjekt degradiert, nur benutzt.

Schauen wir mal genauer hin, mit freien Händen:

Wie ist das denn mit dem Mann in diesen Pornos? Die Filme sind ja unbestreitbar für den Mann gemacht, zumindest was die Zielgruppe der Konsumenten betrifft. Aber was sieht denn der Mann da genau? Er sieht in aller Regel eine schöne Frau, die immer geil ist und sehr viel weniger von einem Mann, der auch immer geil ist und immer kann. Was bitte interessiert denn in solchen Streifen an uns, mal abgesehen von unserer Potenz? Nichts. Genau genommen kommen wir nicht vor. Wir schauen quasi durch einen unpersönlichen Körper in die Leinwand hinein auf die weibliche Verführung und sind mittendrin, aber nicht dabei.

Und das, was wir kennen, ist in den wenigsten Fällen das, was hier gefilmt wird. Das beginnt bei uns selbst. Wir funktionieren nämlich nicht wie Maschinen.  Wir sind genau so Opfer der Pornoverharmlosung, wie es die Frauen sind. Nur wird darüber nicht gesprochen. Während die sexuelle Ausbeutung der Frauen diskutiert und korrigiert wird, ist jedes männliche Problem mit übersteigerter Sexualität in den Medien praktisch inexistent. Die Werbung hat die hauptsächliche Suggestion von Pornos längst selbst instrumentalisiert und den Körperkult zum Marketing gemacht.

Der Mann, das einsame Schaf, ist längst zu einem potentiellen Vergewaltiger geworden (Generalverdacht eines von Testosteron fremd gesteuerten Hodenhirns), der in Tat und Wahrheit seine Lust immer seltener hoch kriegt.

Der Archetypus Fussballtrainer

März 19, 2008

An was liesse sich die nicht zu diskutierende Einmaligkeit und Vielschichtigkeit des männlichen Wesens besser zeigen als am Beruf des Fussballtrainers?

Nehmen wir z.B. Bernard Challandes. Wir kennen ihn. Das ist der Ziehvater der Titanen, der mit unseren Küken U-17-Euorpameister geworden ist. Oder war das bei den Bambinis im Eishockey? Egal. Auf jeden Fall hat der seine Jungs so mit Selbstvertrauen voll getankt, dass die doch tatsächlich raus gerannt sind wie die Berserker – und heimgekommen sind mit dem Pokal. Nicht der Fairplaytrophy, sondern mit dem Kübel, den sie am Schluss immer mit Schämpis füllen. Zum ersten Mal durften (angehende) Schweizer Männer ungestraft sagen: Wir sind Titanen! Und zum ersten Mal sagten wir zu Hause: Ihr habt Recht. Und, leise: Wir sind Titanen!

Weil man ja immer zusammen gewinnt, nicht wahr?

Na, und dieser Monsieur Challandes trainiert nun den FC Zürich. Und Monsieur hat es nicht leicht. Er muss etwas sagen, „über der Schiri“, jedes Wochenende hat er Grund dazu. Auf dem Tainingsplatz pflügt er stapfend die Grasnarben um, dann brüllt er wieder was hinter einem Spieler her. In erster Linie aber bleibt Dir das Bild eines nach vorn gebeugten älteren Mannes, der ganz offensichtlich so manche Gelenkkapsel beim Gehen spüren dürfte, aber er steht unter Strom und will vor seinem sechzigsten Geburtstag oder so unbedingt nur das eine: Das nächste Spiel gewinnen.

Das, liebe Frauen, können nur Männer. Und dass mir jetzt niemand über unseren heiligen Ernst in der Sache schmunzelt.

Bewegt oder unbewegt gleichberechtigt

März 19, 2008

Auch wir Männer wollen Gleichberechtigung.

Das heisst, ich muss mich gleich zu Beginn korrigieren, und das ist typisch. Denn wir haben verlernt zu sagen: Ich will. Weil das politisch unkorrekt geworden ist.

Und wir? Eine Männerbewegung? Gibt es nicht.  Also schreibe ich nur von mir. Ich will nämlich nicht riskieren, laut brüllend mit einer Fahne durch die Gegend zu laufen, ohne dass mir auch nur ein Lümmel folgt. Aber eines weiss ich ganz genau:

Der Weg zur echten Gleichberechtigung führt nur über die Emanzipation der Männer – damit die sich irgendwann hinstellen und sagen: Ich habe keine Lust, alleine eine Familie zu ernähren.