Jungen und Mädchen (1)

Oktober 4, 2008

Jungen-Spiele drehen sich um’s Gewinnen, darum auf welchem Platz der Hierarchie man steht. “Ich bin der Stärkste, zweitschnellste …” Mädchen-Spiele gehen um Beziehungen, sie spielen Vater, Mutter, Kind. Stundenlang. Kommt da ein Junge dazu und fragt, wann das Spiel zu Ende ist, gucken ihn die Mädchen nur verständnislos an. Und der Junge versteht nicht, wie man stundenlang etwas spielen kann, wo am Ende kein Sieger feststeht.

persönlichkeits-blog.de


Über die beste Freundin

April 8, 2008

Es kann nie verkehrt sein, mit Frauen dem Wesen des anderen Geschlechts näher zu kommen, die sich damit professionell beschäftigen [allerdings kann ich mich bei diesem weiblichen Schubladendenken, das man uns so gern vorwirft, nicht anders als jeweils gleich eckig meinen Senf dazu zu geben] . Die Psychotherapeutin und Professorin Verena Kast hat in ihrem Buch „Die beste Freundin“ fest gehalten:

Im Schnitt hat jede Frau 2.7 Freundinnen. Die Freundschaften dauern durchchnittlich 7.7 Jahre [ich habe nur zwei, aber die dauern schon ewig].

Frauen unter einander reden anders und über anderes als mit Männern. [Männer reden unter einander auch anders als mit Frauen, es ist kaum zu glauben, auch über Frauen, übrigens]. Eva Maria Assignon hat eine Freundin in der Nähe vermisst, und dafür sind ihr jetzt viele Frauen dankbar. Denn sie hat deswegen eine Freundin-Vermittlungsbörse im Internet gegründet. Da suchen dann Mütter andere Mütter, Schwangere andere Schwangere [Da können wir, zugegeben, in beiden Fällen nicht mitreden; wir stehen nur ursächlich kausal am Anfang dieser weiblichen Zustände, wenigstens vorläufig noch ].

Und Frauen fühlten sich einfach unter einander besser verstanden, führten intensivere Gespräche, ohne um ihren Raum kämpfen zu müssen. Männer kämen aus einer anderen Welt [U-u uuuaaaahh].

Frau Kast weiss, dass Männerfreundschaften unverbindlicher sind. Männer interessieren sich weniger für Gefühle und haben nicht so nahe Beziehungen und würden ihre Probleme in Stresszeiten oft nur mit einem Menschen besprechen: ihrer Partnerin [es sei denn, diese ist gerade mit ihrer besten Freundin unterwegs um über ihre Gefühle zu reden]. Frauen verliessen sich hingegen viel häufiger auf eine Freundin und seien auch in Stresssituationen und überhaupt weniger allein [ausser sie ist alleinerziehende Mutter und hat keinen Mann, der die Basis schafft, um dank Freundinnen nicht allein zu sein].

Die Auseinandersetzung mit Gefühlen habe für Frauen einen grösseren Stellenwert, Männer könnten besser Unvereinbares stehen lassen und sich besser abgrenzen [was unverzichtbar ist, da wir keine Kinder austragen oder stillen können].

Männer unternehmen etwas zusammen, Frauen reden zusammen [auch beim Shoppen]. Männer unterstützen in Belastungs- und Entscheidungssituationen tendenziell mit Ratschlägen oder helfen tatkräftig mit. Frauen bieten demgegenüber eher emotionale Unterstützung an, so zum Beispiel Bestätigung und Verständnis [Ratschläge sind ja auch ohne Verständnis möglich].

Eine ähnliche Freunde-Vermittlungsplattform für Männer, die einen besten Freund suchen, gibt es noch nicht [und wird es nicht geben: Sie wäre sofort von Schwulen "unterwandert"].

Noch Fragen?

Für den praktischen Versuch, liebe Frauen, die nicht wutschnaubend gar nicht bis hierher gelesen haben, hier der Link:

www.bestefreundin.ch


Pornos als Libidokiller und Identitätsverlust des Mannes

März 25, 2008

Ich höre immer wieder: Pornos entwürdigen die Frau. Sie wird zum Sexobjekt degradiert, nur benutzt.

Schauen wir mal genauer hin, mit freien Händen:

Wie ist das denn mit dem Mann in diesen Pornos? Die Filme sind ja unbestreitbar für den Mann gemacht, zumindest was die Zielgruppe der Konsumenten betrifft. Aber was sieht denn der Mann da genau? Er sieht in aller Regel eine schöne Frau, die immer geil ist und sehr viel weniger von einem Mann, der auch immer geil ist und immer kann. Was bitte interessiert denn in solchen Streifen an uns, mal abgesehen von unserer Potenz? Nichts. Genau genommen kommen wir nicht vor. Wir schauen quasi durch einen unpersönlichen Körper in die Leinwand hinein auf die weibliche Verführung und sind mittendrin, aber nicht dabei.

Und das, was wir kennen, ist in den wenigsten Fällen das, was hier gefilmt wird. Das beginnt bei uns selbst. Wir funktionieren nämlich nicht wie Maschinen.  Wir sind genau so Opfer der Pornoverharmlosung, wie es die Frauen sind. Nur wird darüber nicht gesprochen. Während die sexuelle Ausbeutung der Frauen diskutiert und korrigiert wird, ist jedes männliche Problem mit übersteigerter Sexualität in den Medien praktisch inexistent. Die Werbung hat die hauptsächliche Suggestion von Pornos längst selbst instrumentalisiert und den Körperkult zum Marketing gemacht.

Der Mann, das einsame Schaf, ist längst zu einem potentiellen Vergewaltiger geworden (Generalverdacht eines von Testosteron fremd gesteuerten Hodenhirns), der in Tat und Wahrheit seine Lust immer seltener hoch kriegt.


Der Archetypus Fussballtrainer

März 19, 2008

An was liesse sich die nicht zu diskutierende Einmaligkeit und Vielschichtigkeit des männlichen Wesens besser zeigen als am Beruf des Fussballtrainers?

Nehmen wir z.B. Bernard Challandes. Wir kennen ihn. Das ist der Ziehvater der Titanen, der mit unseren Küken U-17-Euorpameister geworden ist. Oder war das bei den Bambinis im Eishockey? Egal. Auf jeden Fall hat der seine Jungs so mit Selbstvertrauen voll getankt, dass die doch tatsächlich raus gerannt sind wie die Berserker – und heimgekommen sind mit dem Pokal. Nicht der Fairplaytrophy, sondern mit dem Kübel, den sie am Schluss immer mit Schämpis füllen. Zum ersten Mal durften (angehende) Schweizer Männer ungestraft sagen: Wir sind Titanen! Und zum ersten Mal sagten wir zu Hause: Ihr habt Recht. Und, leise: Wir sind Titanen!

Weil man ja immer zusammen gewinnt, nicht wahr?

Na, und dieser Monsieur Challandes trainiert nun den FC Zürich. Und Monsieur hat es nicht leicht. Er muss etwas sagen, „über der Schiri“, jedes Wochenende hat er Grund dazu. Auf dem Tainingsplatz pflügt er stapfend die Grasnarben um, dann brüllt er wieder was hinter einem Spieler her. In erster Linie aber bleibt Dir das Bild eines nach vorn gebeugten älteren Mannes, der ganz offensichtlich so manche Gelenkkapsel beim Gehen spüren dürfte, aber er steht unter Strom und will vor seinem sechzigsten Geburtstag oder so unbedingt nur das eine: Das nächste Spiel gewinnen.

Das, liebe Frauen, können nur Männer. Und dass mir jetzt niemand über unseren heiligen Ernst in der Sache schmunzelt.


Bewegt oder unbewegt gleichberechtigt

März 19, 2008

Auch wir Männer wollen Gleichberechtigung.

Das heisst, ich muss mich gleich zu Beginn korrigieren, und das ist typisch. Denn wir haben verlernt zu sagen: Ich will. Weil das politisch unkorrekt geworden ist.

Und wir? Eine Männerbewegung? Gibt es nicht.  Also schreibe ich nur von mir. Ich will nämlich nicht riskieren, laut brüllend mit einer Fahne durch die Gegend zu laufen, ohne dass mir auch nur ein Lümmel folgt. Aber eines weiss ich ganz genau:

Der Weg zur echten Gleichberechtigung führt nur über die Emanzipation der Männer – damit die sich irgendwann hinstellen und sagen: Ich habe keine Lust, alleine eine Familie zu ernähren.